Archiv für den Monat: August 2017

Nicht ohne Ergebnis!?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 23. August 2017 trafen sich die ver.di-Tarifkommissionen airberlin Technik und airberlin LVKG in Berlin. Bei dem Treffen ging es darum die weiteren gewerkschaftlichen Aktivitäten zu koordinieren. Vor allem jedoch sich vom Arbeitgeber den aktuellen Stand und das weitere Vorgehen erläutern zu lassen. Schnell wurde enttäuschend klar, dass die Geschäftsführung der airberlin Luftverkehrs KG und airberlin Technik, vertreten durch Frau Dr. Niemann, Herrn Tamm und Herrn Klages, nur noch geringen Einfluss auf die Zukunft haben. Die weitere Entwicklung liegt komplett in der Hand des Generalbevollmächtigten Herrn Kebekus. Die Geschäftsführung der airberlin LVKG und airberlin Technik ist nach Einschätzung der Tarifkommissionen nicht mehr handlungsfähig.

Diese Situation bestärkt uns in der Auffassung, dass wir einen Sozialtarifvertrag benötigen. Der zum Ziel haben muss, den Fortbestand der Arbeitsverhältnisse zu den bestehenden Bedingungen zu sichern. Dafür müssen die Unternehmen, die Teile der airberlin übernehmen und auch die jetzigen Entscheidungsträger der airberlin an einen Tisch, um Regelungen mit ver.di für die Beschäftigten zu treffen. Es müssen Ross und Reiter benannt werden: Wer übernimmt welche Teile der airberlin? Dann können wir aktiv werden und in die Verhandlungen einsteigen. Frau Dr. Niemann sagte uns, dass keiner der potenziellen Käufer an den bestehenden Beschäftigungsbedingungen interessiert ist, lediglich gute Talente wären für die potentiellen Käufer interessant! Der Generalbevollmächtigte ist doch kein Talentscout. So ein Vorgehen wird mit uns nicht möglich sein.

Enttäuschend ist, dass der Gläubigerausschuss kaum die Interessen der Beschäftigten berücksichtigen wird. Dies zeigt schon, dass im jeweiligen Gläubigerausschuss lediglich ein Vertreter der 8.200 Beschäftigten durch den Generalbevollmächtigten benannt wurde. Alle anderen vertreten lediglich Kapitalinteressen. Von Seiten der Gewerkschaft ist niemand mit einbezogen worden. In dieser entscheidenden Phase die Mitarbeiter/innen so unzureichend zu beteiligen, sorgt keineswegs dafür, dass das Vertrauen der gebeutelten airberlin Mannschaft größer wird.

Die ver.di-Tarifkommissionen müssen nicht nur die Interessen gegenüber der airberlin vertreten sondern jetzt auch gegenüber den potenziellen Interessenten. Dies werden wir auch tun. Unterstütze Du uns mit Deiner ver.di Mitgliedschaft!

Rosinenpickerei mit uns      –       nein danke!

ver.di –Tarifkommission airberlin Technik:

Dirk Jager, Thorsten Kasten, Hendrik Gränitz, Jörg Herling,

Rüdiger Blanckart, Nicole Dornkamp , Karl Heinz Rittner,  Anja Schlosser

 

ver.di –Tarifkommission airberlin LVKG:

Benjamin Purrmann, Michael Prescher,

Saskia Schlee, Sandra Maraldo, Anja Schlosser

ver.di fordert zu Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag auf

Teile der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin werden voraussichtlich unter anderem an die Lufthansa und Easyjet verkauft, dazu beginnt heute die entscheidende Phase der Verhandlungen.

„Aus unserer Sicht geht es den Kaufinteressenten in erster Linie ums ganz große Geschäft, nicht aber um die Verantwortung für die Beschäftigten, die bei Air Berlin qualitativ hochwertige gute Arbeit geleistet haben“, kritisiert ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. „Durch die Insolvenz von Air Berlin werden große Teile des Luftverkehrsmarktes neu verteilt. Wir befürchten, dass dabei die Interessen der 8.200 von der Insolvenz betroffenen Beschäftigten eine nur untergeordnete Rolle spielen und fordern die Unternehmen auf, Verantwortung für die Menschen zu übernehmen, die hier von der Insolvenz betroffen sind.“

Angesichts dieser Situation und der inzwischen bekanntgewordenen Pläne zu Verhandlungen über die Aufteilung der Airline hat ver.di heute (18. August 2017) Air Berlin zu Tarifverhandlungen zu einem Sozialtarifvertrag für die Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG und die airberlin technik GmbH aufgefordert. Gleichzeitig sollten, sofern bereits bekannt, die diversen Interessenten bzw. künftigen Erwerber von Unternehmensteilen zu den Verhandlungen hinzugezogen werden.

„Eine Verhandlung gemeinsam mit den künftigen Erwerbern ist angesichts der unsicheren Perspektiven der Belegschaft dringend notwendig und sicherlich auch im Interesse von Air Berlin, um den reibungslosen Weiterbetrieb der Airline im Wandlungsprozess gewährleisten zu können“, betont Behle.

Ein Sozialtarifvertrag müsse die Interessen der Beschäftigten beim Übergang des Arbeitsplatzes an eine andere Firma wahren und Details regeln, beispielsweise in Fragen der Arbeitsbedingungen und Gehälter.

 

Quelle: verdi